Glücksspielgesetz Österreich — was die Novelle neu regelt und wie der Verfahrensstand aktuell ist
Ein neues Glücksspielgesetz soll das Online-Monopol beenden und durch ein offenes Konzessionssystem ersetzen. Beschlossen ist es nicht — hier stehen die geplanten Regeln, die vier gesetzlichen Termine und der aktuelle Verfahrensstand.
- unbegr.
- Online-Konzessionen geplant § 13 GSpG (Entwurf)
- 4
- gesetzliche Termine
Was am Glücksspielgesetz Österreich neu wird
Das Glücksspielgesetz Österreich regelt Glücksspiel seit Jahrzehnten über ein Bundesmonopol. Der Entwurf, der am 29.06.2026 in Begutachtung ging, ändert daran den entscheidenden Punkt: Für Online-Glücksspiel soll nach § 13 GSpG eine unbeschränkte Zahl von Konzessionen erteilt werden können OTS / Parlamentskorrespondenz. Neu ist damit nicht die Aufsicht, sondern die Marktstruktur — aus einem Konzessionär werden potenziell viele.
Der aktuelle Verfahrensstand ist dabei die wichtigste Angabe auf dieser Seite: Der Entwurf ist ein Entwurf. Bis der Nationalrat beschließt, gilt die bisherige Rechtslage unverändert, und jede Zahl unten kann sich im Verfahren noch ändern. Was heute in Kraft ist, steht getrennt davon unter Glücksspielgesetz.
Unter dem Stichwort Glücksspielgesetz Österreich neu wird derzeit vor allem über die Marktöffnung diskutiert. Tatsächlich sind die Änderungen am Spielerschutz und am Vollzug die weitreichenderen: ein neues Glücksspielgesetz ohne Netzsperren und ohne Sperrregister wäre für Spieler kaum spürbar, während ein neues Glücksspielgesetz mit beidem den Markt auch dann verändert, wenn am Ende nur wenige Konzessionen erteilt werden. Das Glücksspielgesetz Österreich betreffend gilt daher: die Zahl der Anbieter ist die Schlagzeile, die Auflagen sind der Inhalt.
Zeitleiste
Die vier gesetzlichen Termine, aktuell gerechnet
Die Termine liegen weiter auseinander, als die Berichterstattung vermuten lässt. Zwischen dem Abschalten der Angebote ohne Konzession und der ersten möglichen Antragstellung liegen neun Monate, in denen es in Österreich legal genau ein Online-Angebot gibt. Wer verfolgt, was am Glücksspielgesetz Österreich neu wird, sollte deshalb weniger auf das Beschlussdatum achten als auf diese vier Stichtage — sie bestimmen, wann sich für Spieler tatsächlich etwas ändert.
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in 156 Tagen
Ende des Angebots ohne österreichische Konzession
Anbieter, die eine Online-Konzession anstreben, müssen ihr bisheriges Angebot in Österreich einstellen.
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in 429 Tagen
Ablauf der bestehenden Konzession
Die Konzession nach § 14 GSpG läuft aus; der Großteil der neuen Bestimmungen wird wirksam. Auch die Ausspielungen mit Video-Lotterie-Terminals laufen zu diesem Zeitpunkt aus.
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in 430 Tagen
Anträge auf Online-Konzession möglich
Ab diesem Zeitpunkt können Online-Konzessionen frühestens beantragt werden.
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in 887 Tagen
Ende der Übergangsfrist für elektronische Lotterien
Die bestehende Konzession für elektronische Lotterien gilt übergangsweise bis zu diesem Datum.
Der Abstand zu jedem Termin wird bei jedem Seitenaufruf neu berechnet und ist damit ohne Neubau der Seite aktuell. Ein bereits verstrichener Termin wird als „seit …“ ausgewiesen, nie als negative Restzeit.
Die Auflagen für eine Konzession
- Zahl der Online-Konzessionen
- unbeschränkt
- Laufzeit
- 5 Jahre, Verlängerung bis 10 Jahre
- Antragsgebühr
- 70.000 €
- Erteilungsgebühr
- 300.000 €
- Verlängerungsgebühr
- 600.000 €
- Stammkapital online
- 10.000.000 €
- Stammkapital Lotterien
- 100.000.000 €
- Rechtsform
- Kapitalgesellschaft mit Aufsichtsrat
- Weitere Auflagen
- funktionierende Compliance-Systeme für Geldwäscheprävention und Spielerschutz
- Spielbankkonzessionen
- 13, paketweise vergebbar
Die Gebühren sind für einen internationalen Betreiber unerheblich. Die eigentliche Eintrittshürde ist das Stammkapital von 10 Millionen Euro in Verbindung mit der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft mit Aufsichtsrat: das schließt kleine und mittlere Betreiber praktisch aus und begrenzt das „offene“ System faktisch auf große Konzerne CMS Reich-Rohrwig Hainz.
Spielerschutz: Limits, Wartezeit und Sperrregister
Für Spieler ist dieser Teil der greifbarste. Vorgesehen sind ein Einzahlungslimit von 250 Euro pro Woche unter 26 Jahren und 1.680 Euro pro Monat darüber, sowie eine Wartezeit von 72 Stunden, bevor eine selbst gesetzte Erhöhung wirksam wird. Eine Senkung soll dagegen sofort greifen.
Bemerkenswert ist der Vergleich mit der Praxis: Der bestehende Konzessionär wendet bereits 400 Euro pro Woche für Spieler ab 26 an Österreichische Lotterien GmbH. Umgerechnet entspricht das dem geplanten Monatslimit fast genau. Die viel zitierte Verschärfung ist für den Marktführer also kaum eine — sie hebt sein bestehendes Regime auf alle künftigen Konzessionäre. Wer die Novelle als Angriff auf den Konzessionär liest, liest sie falsch.
Für virtuelle Automatenspiele nennt der Entwurf einen Höchsteinsatz von 5 Euro je Spiel, einen Höchstgewinn von 10.000 Euro, eine Mindestspieldauer von 2 Sekunden und eine Pflichtpause von 15 Minuten nach 90 Minuten Spielzeit. Was diese Werte in der Praxis bedeuten, rechnet der Limit-Rechner aus.
Vollzug: Netzsperren, Zahlungssperren, Listen
Der Vollzugsteil ist der eigentliche Unterschied zur bisherigen Lage. Vorgesehen sind Netzsperren gegen Hosting- und Access-Provider, Zahlungssperren, Strafen bis 1.000.000 Euro sowie Zwangsstrafen von 30.000 Euro täglich bis zu einer Obergrenze von 750.000 Euro. Dazu eine öffentliche Blacklist der unerlaubten und eine Whitelist der zugelassenen Anbieter.
Eine amtliche Whitelist wäre für ein Register wie dieses die beste denkbare Quelle. Bis sie existiert, bleibt das Konzessionsregister die verfügbare Annäherung — zusammengestellt aus den Veröffentlichungen des Bundesministeriums für Finanzen und der Länder. Sollte das Glücksspielgesetz Österreich in der Entwurfsfassung beschlossen werden, ersetzt die amtliche Liste diese Zusammenstellung, und das wäre der beste denkbare Ausgang für eine Seite wie diese.
Offen bleibt die Aufsichtsfrage. Ein Entwurf vom November 2025 sah eine verfassungsrechtlich weisungsfreie Behörde vor, besetzt mit einem dreiköpfigen Richtersenat. Zum Entwurf vom Juni 2026 wird berichtet, die Aufsicht bleibe vorläufig beim Finanzamt Österreich brainpower-austria.at. Welche der beiden Varianten Gesetz wird, ist nicht entschieden, und diese Seite entscheidet es nicht vorweg.
Häufige Fragen
Was ist am Glücksspielgesetz Österreich neu?
Der Kern ist der Wechsel vom Monopol zu einem offenen Konzessionssystem für Online-Glücksspiel: eine unbeschränkte Zahl von Konzessionen für Bewerber, die die Auflagen erfüllen. Dazu kommen verbindliche Einzahlungslimits, ein zentrales Sperrregister, Regeln für virtuelle Automatenspiele und deutlich schärfere Vollzugsinstrumente.
Ist die Novelle schon in Kraft?
Nein. Der Entwurf ging am 29.06.2026 in Begutachtung. Solange der Nationalrat nicht beschlossen hat, gilt unverändert die bisherige Rechtslage — das Bundesmonopol mit einem einzigen konzessionierten Online-Anbieter.
Wann können Anbieter eine Konzession beantragen?
Nach dem Entwurf frühestens ab 01.10.2027. Die bestehende Konzession läuft am 30.09.2027 aus; erst danach öffnet das Antragsverfahren.
Was gilt für Anbieter ohne österreichische Konzession bis dahin?
Der Entwurf verlangt, dass sie ihr Angebot in Österreich mit 31.12.2026 einstellen. Wer diese Wohlverhaltensphase einhält, kann nach Darstellung von Rechtsberatern später eine Konzession erhalten. Der endgültige Gesetzestext liegt noch nicht vor.
Wie hoch sind die geplanten Einzahlungslimits?
250 Euro pro Woche für Spieler unter 26 Jahren und 1.680 Euro pro Monat darüber. Eine selbst gesetzte Erhöhung soll erst nach 72 Stunden wirksam werden.
Sind diese Limits strenger als heute?
Für den bestehenden Konzessionär praktisch nicht. win2day wendet bereits 250 Euro pro Woche unter 26 und 400 Euro pro Woche darüber an — rechnerisch entspricht das dem geplanten Monatslimit. Die Novelle verschärft damit weniger den Marktführer, als sie dessen Regime auf alle künftigen Konzessionäre ausdehnt.
Was ist das Sperrregister?
Ein zentrales, betreiber- und spielartenübergreifendes Register: eine Sperre würde also nicht nur bei einem Anbieter und nicht nur für eine Spielart gelten. Ein Pendant zum deutschen OASIS existiert in Österreich bislang nicht.
Welche Regeln gelten für virtuelle Automatenspiele?
Höchsteinsatz 5 Euro je Spiel, Höchstgewinn 10.000 Euro je Spiel, Mindestspieldauer 2 Sekunden sowie eine Pflichtpause von 15 Minuten nach 90 Minuten durchgehender Spielzeit, verbunden mit einem Risiko-Aufklärungsvideo.
Was bedeutet die Mindestspieldauer praktisch?
Sie begrenzt die Zahl der Spiele pro Stunde. Bei 2 Sekunden je Spiel sind höchstens 1.800 Spiele pro Stunde möglich; zusammen mit dem Höchsteinsatz von 5 Euro ergibt das eine rechnerische Obergrenze für den Einsatz pro Stunde. Der Rechner setzt diese Werte um.
Wie wird gegen Anbieter ohne Konzession vorgegangen?
Vorgesehen sind Netzsperren gegen Hosting- und Access-Provider, Zahlungssperren, Strafen bis 1.000.000 Euro und Zwangsstrafen von 30.000 Euro täglich bis zu einer Obergrenze von 750.000 Euro. Zusätzlich eine öffentliche Blacklist und eine Whitelist.
Wer beaufsichtigt den Markt künftig?
Das ist offen. Ein Entwurf vom November 2025 sah eine weisungsfreie Behörde aus einem dreiköpfigen Richtersenat vor, bestellt durch den Bundespräsidenten. Berichte zum Entwurf vom Juni 2026 deuten darauf hin, dass die Aufsicht vorläufig beim Finanzamt Österreich bleibt. Beide Lesarten stehen hier nebeneinander, weil keine von ihnen belegt entschieden ist.
Was kostet eine Konzession?
70.000 Euro für den Antrag, 300.000 Euro für die Erteilung, 600.000 Euro für die Verlängerung. Die eigentliche Hürde ist das Stammkapital von 10 Millionen Euro.
Ändert sich etwas bei den Spielbanken?
Ja. Der Entwurf sieht 13 Spielbankkonzessionen vor, die in Paketen vergeben werden können — zugeschnitten nach geografischer Abdeckung, touristischem Potenzial und sozio-demografischen Faktoren. Die Ausspielungen mit Video-Lotterie-Terminals laufen mit 30.09.2027 aus.
Betrifft die Novelle auch Spielautomaten in den Bundesländern?
Die Landesausspielungen nach § 5 GSpG bleiben Landessache. Steuerlich sind sie aber betroffen: die Glücksspielabgabe wurde von 10 auf 11 Prozent angehoben, die Zuschlagsabgaben der Länder folglich von 15 auf 16,5 Prozent.
Wo finde ich die Rechtslage, die heute gilt?
Unter Glücksspielgesetz. Diese Seite hier beschreibt ausschließlich den Entwurf; die beiden Ebenen sind absichtlich getrennt, damit eine Gesetzesänderung nicht zu widersprüchlichen Angaben führt.
Quellen
- OTS / Parlamentskorrespondenz Koalition einig über neues Glücksspielgesetz — Entwurf geht heute in Begutachtung (29.06.2026)
- CMS Reich-Rohrwig Hainz Glücksspielreform 2026: Österreich öffnet den Online-Markt unter strengen Auflagen
- Parlament Österreich GSpG-Novelle 2026 — parliamentary document (PENDING)
- brainpower-austria.at Glücksspielgesetz 2026 — Reform, unabhängige Behörde und neue Regulierung in Österreich
- Parlament Österreich 16/ME XXVIII. GP — Budgetbegleitgesetz, Vorblatt und Erläuterungen
- Österreichische Lotterien GmbH win2day — Spielerschutz und Limits